Aus dem 1. Korintherbrief des Apostel Paulus:

Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf.

Eines der schönsten Texte im Neuen Testament, aber sicherlich auch eines der anspruchsvollsten. Die Liebe keine rosa Wolke, sondern ein Sich-Üben, ein Sich-Einlassen auf den anderen in Geduld und Güte. Der Text ist zeitlos genau wie die LIebe zeitlos ist. Und doch in jeder Zeit gibt es andere Schwerpunkte. Im Moment sehe ich den ersten Satz "Die Liebe ist langmütig" und denke an unsere kommenden Gottesdienste. Gläubige haben eine Sehnsucht nach gemeinschaftlichen Feiern, die aber zur Zeit so nicht möglich sind. Wir müssen uns geduldig erweisen, Langmut üben, nicht ungehörig sein, nicht den eigenen Vorteil suchen. Gerade als Christen haben wir Verantwortung für unsere Mitmenschen, für die älteren und schwachen im Besonderen. Wir können sie nur schützen, indem wir weiterhin Abstand wahren und somit die Ansteckungsrate gering halten. Auch das kann Gottesdienst sein.