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Herr, bleibe bei uns!“ - Gebetsgemeinschaft 

In der kommenden Zeit - bis wir wieder öffentlich Gottesdienst feiern dürfen, läuten jeden Abend in den Kirchen unserer Pfarreiengemeinschaft die Glocken zum Engel des Herrn. Mir ist wichtig, dass wir ein spürbares Zeichen unserer kirchlichen Gebetsgemeinschaft setzen. 

Darum bitte ich Sie, dass jeder von uns am Abend wo er gerade ist, spricht: „Herr, bleibe bei uns!“
und ein Gebet sprechen kann.

Ich gebe dann in der Kirche für Sie alle den Segen. Vielleicht singen Sie auch gemeinsam etwas: „Segne du Maria“ oder „Von guten Mächten wunderbar geborgen", ...

Gott segne Sie, Ihr Pfarrer Hans Beetz 

Bleibe bei uns Herr;
denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt.
Bleibe bei uns und bei deiner ganzen Kirche.
Bleibe bei uns am Abend des Tages, am Abend des Lebens, am Abend der Welt.
Bleibe bei uns mit deiner Gnade und Güte, mit deinem heiligen Wort und Sakrament,
mit deinem Trost und Segen.
Bleibe bei uns, wenn über uns die Nacht der Trübsal und Angst, die Nacht des Zweifels
und der Anfechtung, die Nacht des bittern Todes.
Bleibe bei uns und bei allen deinen Gläubigen in Zeit und Ewigkeit.

 

Die folgenden Gebetsimpulse sind nur eine weitere Anregung für die Gestaltung der Gebetszeit. Jeder ist in seinem Gebet frei.

 

Gebet in Zeiten der Coronakrise von Diakon Peter Hartlaub nach Mt 25,31-40:

JESUS CHRISTUS:
„Ich war einsam …
… und Ihr habt mich angerufen.
Ich konnte nicht zum Einkaufen …
... und Ihr seid für mich gegangen.
Ich konnte keinen Besuch empfangen im Altenheim …
… und Ihr habt mir eine Karte geschrieben.
Ich hatte Angst …
… und Ihr habt mir Mut und Hoffnung geschenkt.“

Denke mal, jede*r, der im Moment mit Menschen zu tun hat, ihnen nahe kommt, lebt in Sorge, sich oder den anderen anzustecken. Wir können das Risiko durch Vorsichtsmaßnahmen minimieren, aber eben nicht ganz ausschließen. In dieser Lage sind wir hilflos, dem Schicksal ausgeliefert. Keine Kontrolle zu haben, das macht Angst.

Wie aber mit dieser Angst umgehen?
- Die Angst verdrängen? Keine Chance, sie kommt notfalls nachts im Traum zurück.
- „Alles wird gut!“ Das wäre in der momentanen Lage ein falsches Versprechen, ja eine Lüge.

Ich denke an eine Stelle in der Bibel. Jesus, der weiß, dass er gekreuzigt wird, geht mit einigen seiner Jünger in den Garten Getsemani. Im Lukasevangelium heißt es im 22. Kapitel dann weiter:
Dann entfernte er (Jesus) sich von ihnen ungefähr einen Steinwurf weit, kniete nieder und betete: Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen. Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Und er betete in seiner Angst noch inständiger und sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte.“

Einige Impulse dazu:
Jesus kennt Todesangst aus eigener Erfahrung, er kennt das Gefühl von Ausgeliefertsein, von Hilflosigkeit.
Er zieht sich an einem einsamen Ort zurück und betet. Er betet nicht, dass Gott ihn vor Leid verschont, sondern er betet, dass Gottes Wille geschieht. Ganz Hingabe. Es fällt ihm schwer. Die Angst wird stärker, Schweiß wie Blut.
Ein Engel kommt stärkt ihn für seinen Weg, für seinen Gang.

Gott räumt uns nicht die Steine aus dem Weg, sondern er geht mit uns diesen steinigen Weg. Das ist seine Zusage, sein Versprechen an uns. Das Gebet ist die Bitte, die Aufforderung an Gott, dies einzulösen.
Wir dürfen, sollen Gott um Beistand bitten, er schickt ihn uns. In Jesus hat er selbst diese unsagbare Angst erlebt, wir können offen zu ihm sein.

 

Alle Kraft und viel Gottvertrauen in dieser Zeit wünscht Ihnen/Euch
Diakon Thomas Volkmuth

Wir kennen den Aufdruck „fragil“ auf Paketen mit zerbrechlicher Ware.
Auch wir Menschen erleben uns manchmal „fragil“. Da passiert ein Unfall, wir werden krank, es kommt ein schweres Unwetter mit verheerenden Folgen.
In diesen Tagen der Corona-Krise machen wir auch diese Erfahrung: Wir sind fragil, zerbrechlich. Diese Erfahrung trifft nicht nur uns hier in Bad Neustadt, es ist eine kollektive Erfahrung der Menschen auf der ganzen Welt. Weil wir so eng miteinander verbunden sind, mit anderen Wesen verknüpft, voneinander abhängig, deswegen ist es auch eine gemeinsame Erfahrung, wir sind schwach und begrenzt.
Wenn wir fragile Ware verschicken, wird sie gut verpackt. Wir geben ihr einen äußeren Schutz, dass nichts zerbricht, dass der Inhalt „heil“ bleibt. Gott gibt uns auch einen solchen Schutz, es ist aber nicht so, dass er uns äußerlich in Watte packt, so dass wir ein Leben lang vor Stoß und Druck geschützt wären. Nein, er schützt und stärkt uns von innen her – immer wieder neu.

Wir erleben in diesen Tagen, was uns innerlich stark macht: der Zusammenhalt in der Familie, das Zusammenrücken der Gesellschaft, die Verantwortung füreinander, das gemeinsame Einhalten von Regeln in Solidarität mit allen. Im letzten ist die Quelle unserer inneren Stärkung Gott selbst, wenn wir IHN einlassen in unser Leben, wenn wir mit ihm leben – gerade in diesen Tagen, wenn wir tiefer in IHN hineinwachsen, wenn wir auf den Bund mit IHM vertrauen. Wir brauchen diese innere Stärke zum Durchhalten und zum wachen Aufnehmen, was neu in uns aufbrechen will.

 

Herr, wir bitten dich, sei hier bei uns.
Lass uns deine segnende Hand spüren und schenke uns dein Heil.
Gib uns Geduld und Kraft diese Zeit zu bestehen.
Lass uns nicht verzagen. Hilf uns, die Zeit zu nützen für gute Worte und Gesten der Liebe.
Öffne unsere Augen und unser Herz für deine Wunder.
Segne und bewahre uns, Herr, unser Gott,
durch deinen Sohn Jesus Christus in der Kraft des Heiligen Geistes. Amen.

 

Dieser Gebetsimpuls ist gesaltet von Eva-Maria Seifert

Heut nur ein ganz kurzer Gebetsimpuls mit großer Tiefe von unserem ehemaligen Bischof Paul-Werner Scheele:

 

 

"Abba. Amen."

Heute möchte ich Sie wieder zur Betrachtung eines Psalmes einladen.

Unter Schutz des Höchsten

Psalm 91

1 Wer im Schutz des Höchsten wohnt, der ruht im Schatten des Allmächtigen.
2 Ich sage zum HERRN: Du meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, auf den ich vertraue.

3 Denn er rettet dich aus der Schlinge des Jägers und aus der Pest des Verderbens.

4 Er beschirmt dich mit seinen Flügeln, unter seinen Schwingen findest du Zuflucht, Schild und Schutz ist seine Treue.
5 Du brauchst dich vor dem Schrecken der Nacht nicht zu fürchten, noch vor dem Pfeil, der am Tag dahinfliegt,
6 nicht vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die wütet am Mittag.

7 Fallen auch tausend an deiner Seite, dir zur Rechten zehnmal tausend, so wird es dich nicht treffen.

8 Mit deinen Augen wirst du es schauen, wirst sehen, wie den Frevlern vergolten wird.

9 Ja, du, HERR, bist meine Zuflucht. Den Höchsten hast du zu deinem Schutz gemacht. 
10 Dir begegnet kein Unheil, deinem Zelt naht keine Plage.
11 Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen.

12 Sie tragen dich auf Händen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt;
13 du schreitest über Löwen und Nattern, trittst auf junge Löwen und Drachen.

14 Weil er an mir hängt, will ich ihn retten. Ich will ihn schützen, denn er kennt meinen Namen.

15 Ruft er zu mir, gebe ich ihm Antwort. In der Bedrängnis bin ich bei ihm, ich reiße ihn heraus und bring ihn zu Ehren.

16 Ich sättige ihn mit langem Leben, mein Heil lass ich ihn schauen.

Dieser Psalm stellt den Beter unter den Schutz Gottes. Das ist jedoch keine Lebensversicherung, darf nicht zu Leichtsinn verleiten. Der Teufel wählt  Vers 12 und 13 aus, um Jesus in Versuchung zu führen. Bei Matthäus heißt es in Kapitel 4: "5 Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel 6 und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er um deinetwillen, und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. 7 Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen." Gott gibt uns seinen Schutz, erwartet aber auch, dass wir unseren Teil dazu beitragen, das Schicksal nicht herausfordern.
Das gilt auch für unsere Zeit. Wir wissen um die Gefahr des Corona-Virus. Wir sollen alles mögliche tun, um seine Verbreitung zu verhindern, damit wir unser Leben und das Leben anderer nicht leichtfertig in Gefahr bringen. Gott schenkt uns das Leben - ein Leben, das über den Tod hinausgeht. Wir sollen es wertschätzen.

 

Wenn wir in diesen Tagen diesen Satz hören, denken wir sofort an die Epidemie, die unser Land, ja unsere ganze Welt in dieser Zeit fest im Griff hat. Mittlerweile wissen wir, wie die Wege gehen und dass eine Person, die sich mit dem Corona-Virus infiziert hat, drei weitere anstecken kann.

Wie wäre es, wenn wir das übertragen auf unser Leben in der Pfarrgemeinde? Ein von Jesus Begeisterter „steckt“ drei weitere Menschen an. Wir bringen einander in Berührung mit der Liebe Christi, mit der heilenden Nähe unseres Gottes? Eines unserer schon etwas älteren rhythmischen Lieder heißt:

 

Einer hat uns angesteckt mit der Flamme der Liebe, einer hat uns aufgeweckt

und das Feuer brennt hell.

Wer sich selbst verliert, wird das Leben finden. Wer die Freiheit spürt, kann sich selber binden.

Wer die Armut kennt, wird in Reichtum leben. Wer von Herzen brennt, kann sich andern geben.

Wer betroffen ist, wird das Wort neu sagen. Wer sich selbst vergißt, kann auch Lasten tragen.

Einer hat uns angesteckt mit der Flamme der Liebe, einer hat und aufgeweckt

und das Feuer brennt hell.“

 

Es ist, als würde jemand „stopp“ sagen, unser bisheriges Leben, unser Alltag, unsere Routine, unsere Arbeit, sogar unser Gemeindeleben, alles ist auf einmal durcheinander und nur langsam finden wir hinein in diesen neuen Rhythmus. In dieser Krise vertrauen wir auf Gott, auf seine Nähe und seine Führung. Wir stehen in der Vorbereitung auf Ostern. Für uns Christen wird es ein Ostern, das wir so noch nie erlebt haben. Statt in unserer Kirche zusammenzukommen und Leiden, Tod und Auferstehung Christi miteinander zu begehen und zu feiern, sind wir eingeladen unseren ganz persönlichen Weg mit Christus zu gehen durch die Wüste, die Fragen, die Ängste und manche Einsamkeit dieser Tage, mit ihm zu leben und zu leiden, um dann aber auch mit IHM Auferstehung zu feiern. Kar- und Ostertage live!

 

Einer hat uns angesteckt. Wir sind wachsamer geworden füreinander. Wir schließen uns zusammen in Helferkreisen, wir nehmen wahr, wo wir gebraucht werden. Wir telefonieren und schaffen auf diesem Weg Verbindung. Wir vereinen uns im Gebet und bilden eine Gebetskette. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir uns um 18 Uhr oder um 21 Uhr oder beim Läuten der Kirchenglocken um 18.30 Uhr geistig verbinden. Entscheidend ist, dass wir mit- und füreinander beten, dass wir unsere Sorgen, Fragen und Ängste Gott hinhalten und darauf vertrauen, dass ER es ist, der uns durch diese Wüstenzeit führt. Dabei stellen wir uns bewusst unter den Segen Gottes, der uns immer wieder neu zugesprochen wird und den Herr Pfarrer Beetz uns täglich erbittet.

 

Einer hat uns angesteckt. Ein schönes äußeres Zeichen dafür sind die brennenden Kerzen in den Fenstern. Tragen wir unsere Hoffnung, unsere Zuversicht, unser Gebet auf diesem Weg nach draußen. Schenken wir einander viele Zeichen der liebenden Aufmerksamkeit.

Lernen wir vom Corona-Virus und stecken wir uns gegenseitig an mit der frohen Botschaft unseres Glaubens.

 

Dieser Gebetsimpuls wurde von Eva-Maria Seifert gestaltet.

 

 

 

 Beten und Helfen

 Am 5. Fastensonntag feiern wir den Misereor-Sonntag und sammeln dabei für Menschen in Not. Gerade jetzt in diesen schwierigen Zeiten leiden die Armen noch mehr, vergessen wir sie nicht. Deshalb möchte ich heute als "Gebetsimpuls" einen "Gebimpuls" einstellen. Direkt von der Miserorseite:

In diesen Tagen besinnen sich viele Menschen in unserer Gemeinde auf den Wert des Zusammenhaltens und der Solidarität. Die Folgen des Corona-Virus treffen auch die MISEREOR-Fastenaktion, da die Kollekte eine existenzielle Säule der MISEREOR-Projekt-Arbeit ist. Durch die Absage aller Gottesdienste , entfällt somit auch diese wichtige Sammelaktion. Dennoch geht die Arbeit in den Hilfsprojekten weiter.

Menschen im Nahen Osten, in Venezuela, im Kongo und anderen Ländern sind auf unsere Solidarität angewiesen. Zu den übergroßen Nöten und Leiden wie Krieg, Vertreibung und Flucht kommt nun die Sorge um die eigene Gesundheit in Zeiten der Pandemie hinzu.

Daher wenden wir uns heute mit folgender Bitte an Sie:

 

Bitte spenden Sie Ihre Kollekte direkt an MISEREOR.

Das geht per:

www.misereor.de/fasten-spende

oder

Spendenkonto

MISEREOR
Pax-Bank Aachen

IBAN: DE75 3706 0193 0000 1010 10

BIC: GENODED1PAX

 

Sie können Ihre Spende auch in einem Briefumschlag im Pfarrbüro abgeben.

 

Ich danke Ihnen von Herzen und wünsche Ihnen für die kommende Zeit viel Kraft, Zusammenhalt und Gesundheit. Mögen Sie die kommenden Monate unversehrt überstehen.

Gesundheit und gesegnete Ostertage!

Am Freitag, 27.3. spendet Papst Franziskus auf dem menschenleeren Petersplatz den Segen "Urbi et Orbi", der normalerweise nur Weihnachten, Ostern und nach einer Papstwahl gegeben wird. Damit brachte er seine Sorge über die Corona-Krise zum Ausdruck und stellt die Stadt und den Erdkreis unter Gottes Schutz. In seiner Andacht bezog er sich auf das Evangelium "Der Sturm auf dem See" nach Markus 4,35-41.

Am Abend dieses Tages sagte er zu ihnen: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; und andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es sich mit Wasser zu füllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht und sie sagten zueinander: Wer ist denn dieser, dass ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen?

Zitiere aus der Andacht des Papstes der ganze Text ist zu finden unter Andacht und Sondersegen unter Papst Franziskus:
Wir sind verängstigt und fühlen uns verloren. Wie die Jünger des Evangeliums wurden wir von einem unerwarteten heftigen Sturm überrascht. Uns wurde klar, dass wir alle im selben Boot sitzen, alle schwach und orientierungslos sind, aber zugleich wichtig und notwendig, denn alle sind wir dazu aufgerufen, gemeinsam zu rudern, alle müssen wir uns gegenseitig beistehen.  ...
Der Sturm legt unsere Verwundbarkeit bloß und deckt jene falschen und unnötigen Gewissheiten auf, auf die wir bei unseren Plänen, Projekten, Gewohnheiten und Prioritäten gebaut haben. Er macht sichtbar, wie wir die Dinge vernachlässigt und aufgegeben haben, die unser Leben und unsere Gemeinschaft nähren, erhalten und stark machen. ...
In unserer Welt, die du noch mehr liebst als wir, sind wir mit voller Geschwindigkeit weitergerast und hatten dabei das Gefühl, stark zu sein und alles zu vermögen. In unserer Gewinnsucht haben wir uns ganz von den materiellen Dingen in Anspruch nehmen und von der Eile betäuben lassen. Wir haben vor deinen Mahnrufen nicht angehalten, wir haben uns von Kriegen und weltweiter Ungerechtigkeit nicht aufrütteln lassen, wir haben nicht auf den Schrei der Armen und unseres schwer kranken Planeten gehört. Wir haben unerschrocken weitergemacht in der Meinung, dass wir in einer kranken Welt immer gesund bleiben würden. Jetzt, auf dem stürmischen Meer, bitten wir dich: „Wach auf, Herr!“ ...
Du rufst uns auf, diese Zeit der Prüfung als eine Zeit der Entscheidung zu nutzen. Es ist nicht die Zeit deines Urteils, sondern unseres Urteils: die Zeit zu entscheiden, was wirklich zählt und was vergänglich ist, die Zeit, das Notwendige von dem zu unterscheiden, was nicht notwendig ist. Es ist die Zeit, den Kurs des Lebens wieder neu auf dich, Herr, und auf die Mitmenschen auszurichten. Und dabei können wir auf das Beispiel so vieler Weggefährten schauen, die in Situationen der Angst mit der Hingabe ihres Lebens reagiert haben. Es ist das Wirken des Heiligen Geistes, das in mutige und großzügige Hingabe gegossen und geformt wird. Es ist das Leben aus dem Heiligen Geist, das in der Lage ist, zu befreien, wertzuschätzen und zu zeigen, wie unser Leben von gewöhnlichen Menschen – die gewöhnlich vergessen werden – gestaltet und erhalten wird, die weder in den Schlagzeilen der Zeitungen und Zeitschriften noch sonst im Rampenlicht der neuesten Show stehen, die aber heute zweifellos eine bedeutende Seite unserer Geschichte schreiben: Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger, Supermarktangestellte, Reinigungspersonal, Betreuungskräfte, Transporteure, Ordnungskräfte, ehrenamtliche Helfer, Priester, Ordensleute und viele, ja viele andere, die verstanden haben, dass niemand sich allein rettet. Angesichts des Leidens, an dem die wahre Entwicklung unserer Völker gemessen wird, entdecken und erleben wir das Hohepriesterliche Gebet Jesu: »Alle sollen eins sein« (Joh 17,21). ...
»Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?« Der Anfang des Glaubens ist das Wissen, dass wir erlösungsbedürftig sind. Wir sind nicht unabhängig, allein gehen wir unter. Wir brauchen den Herrn so wie die alten Seefahrer die Sterne. Laden wir Jesus in die Boote unseres Lebens ein. Übergeben wir ihm unsere Ängste, damit er sie überwinde. Wie die Jünger werden wir erleben, dass wir mit ihm an Bord keinen Schiffbruch erleiden. Denn das ist Gottes Stärke: alles, was uns widerfährt, zum Guten zu wenden, auch die schlechten Dinge. Er bringt Ruhe in unsere Stürme, denn mit Gott geht das Leben nie zugrunde. ...
Herr, segne die Welt, schenke Gesundheit den Körpern und den Herzen Trost. Du möchtest, dass wir keine Angst haben; doch unser Glaube ist schwach und wir fürchten uns. Du aber, Herr, überlass uns nicht den Stürmen. Sag zu uns noch einmal: »Fürchtet euch nicht«. Und wir werfen zusammen mit Petrus „alle unsere Sorge auf dich, denn du kümmerst dich um uns“.

Zum Schluss ein Lied (singen oder beten): "Bewahre uns Gott, behüte uns Gott", Gotteslob Nr. 453

Warum zwingst du mich, Herr, diese Wüste zu durchqueren? Ich quäle mich inmitten der Dornen. Nur eines Zeichens aber bedarf es von dir, dass sich die Wüste wandelt, dass der blonde Sand und der Horizont und der große Wind nichts Fremdes mehr sind und nichts zufälliges, sondern ein weites Reich, durch das hindurch ich dich erkenne!” (St. Exupery)

 

Hier wird eine Lebenssituation beschrieben, die belastet. Ein Gang durch die Wüste, ein sich hindurch quälen durch Dornen. 

Diese Zeilen sind mir in den Sinn gekommen in diesen Tagen. Lieber Gott, warum mutest Du uns das alles zu? Die Angst vor der Krankheit, die uns oder unsere Familie treffen könnte, die Sorge um den Arbeitsplatz und finanzielle Nöte, der Verzicht auf so Vieles, was uns wertvoll und wichtig ist und das Leben lebenswert macht, die Frage, wie alles weitergeht, wie lange diese Wüstenzeit dauert und ob unsere Kräfte reichen? 

Im Psalm 86 schreit der Beter David zu dem Gott, der ihm so fern vorkommt:
Herr, vernimm mein Beten, achte auf mein lautes Flehen“.

Das ist es, was wir in diesen Tagen tun dürfen und sollen: Unsere ganze Not dem Herrn hinhalten, voll Vertrauen zu ihm beten und ihn bitten um seine Hilfe und seinen Segen.
Gott, hole uns heraus, lass alles wieder gut werden. Hilf, dass wir diese Krise überwinden, mache aus unserer Wüste wieder blühendes Land. Wir dürfen all unsere Not herausschreien.

 

Und dann kommt das Entscheidende: Etwa in der Mitte des Psalmes heißt es:
Weise mir Herr, deinen Weg; ich will ihn gehen in Treue zu dir. Richte mein Herz darauf hin, allein deinen Namen zu fürchten!“
Es geschieht Wandlung. Der Beter ist bereit, sich auf Gottes Weg einzulassen. „Wenn Du es willst, Herr, dann will ich diese Wüste durchqueren.“

 

Herr, wenn ich weiß, dass es dein Weg ist, den du mich führst,
dann kann ich durch diese unwegsame Wüste gehen.
Herr, wenn ich das Licht deiner Wahrheit sehe, die mich leitet,
dann gehe ich auch leichter durch Wüste und Dornen.
Herr, wenn ich mich an dir festhalte, dann komme ich auch
durch das Wüstental hindurch,
dass ich allein nicht hätte bewältigen können. 

Diese Wüste, die wir gerade durchschreiten, ist Gottes Land. Auch wenn wir nicht erkennen, warum wir diesen Weg gehen müssen, es ist Gottes Weg mit uns. Auch wenn wir nicht den Durchblick haben, ER hat ihn.

 

Diesen Gebetsimpuls hat Eva-Maria Seifert gestaltet.

Kein Gottesdienst? Geht gar nicht! Genau!

 In Zeiten, wo es keine Möglichkeit gibt an öffentlichen Heiligen Messen teilzunehmen sind wir eingeladen, Gottesdienste im Fernsehen oder im Internet mitzufeiern. Schön und gut! Aber wie ist es mit der Kommunion? Wir möchten uns mit Christus verbinden, ihm einen Platz geben in unserem Herzen, uns neu stärken und senden lassen. Wie geht das mit einem Gottesdienst am Fernsehen oder Laptop?

Es gibt es auch die Möglichkeit geistig zu kommunizieren. Die geistige Kommunion ist ein Mittel der Stärkung, wenn man – aus welchen Gründen auch immer – nicht die Möglichkeit hat selbst zur Heiligen Messe gehen und dort die reale sakramentale Kommunion in der Eucharistie zu empfangen. Ein großer Vorteil der geistigen Kommunion: Wir können sie in jedem Augenblick und an jedem Ort empfangen. Hervorragend eignet sich dazu das Mitfeiern einer im Fernsehen, Radio oder im Internet live übertragenen Eucharistiefeier. Mit der geistigen Kommunion können wir ebenfalls viele Gnaden erlangen und weiter am kirchlichen Leben teilnehmen.

Und wie funktioniert die geistige Kommunion?

Auch wenn ich nicht in der Kirche anwesend bin, sondern zu Hause den Gottesdienst mitfeiere, ist es gut, eine gewisse Atmosphäre zu schaffen, in der ich mich sammeln und innerlich ruhig werden kann. Der Wortgottesdienst hilft mir, mein Herz zu bereiten. Ich mache mir bewusst, dass Christus gegenwärtig ist und öffne mich Ihm.

Hilfreich ist ein Gebet für die geistige Kommunion.

Herr Jesus Christus,

ich glaube, dass du im Allerheiligsten Sakrament des Altares gegenwärtig bist.

Ich liebe dich über alles, und meine Seele sehnt sich nach dir.

Da ich dich jetzt nicht in der Heiligen Eucharistie empfangen kann, bitte ich dich:

Komm geistiger Weise zu mir und nimm Wohnung in meinem Herzen.

Ich öffne mich deinem Kommen, vereinige mich ganz mit dir und bete dich an,

mein Heiland und Erlöser.

Lass nicht zu, dass ich je von dir getrennt werde.

Amen.

 

Diesen Gebetsimpuls hat Eva-Maria Seifert erstellt.

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