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Ein Frühaufsteher und Kenner der Rhön

Rödelmaier (hf). „Das ist mein Lieblingsplatz, wenn ich meinen rund einstündigen Spaziergang mache“, sagt Prälat Bernold Rauch und zeigte auf die weite Landschaft der Rhön. Bis ins Thüringer Land, die Hohe Geba, den Stirnberg und Kreuzberg, aber auch zu den Gleichbergen im Grabfeld schweift sein Blick. Man merkt es ihm an, dass er sich in der Rhön, seit 1997 seiner zweiten Heimat, wohl fühlt. Wohl auch deshalb sieht man dem fitten Ruheständler sein hohes Alter nicht an. Bernold Rauch ist ein Frühaufsteher, und feiert als Hausgeistlicher im Karmelitinnenkloster Rödelmaier die  heilige Messe. Außerdem steht er als Ruhestandspfarrer in der Pfarreiengemeinschaft „Sankt Martin Brend, Brendlorenzen“ und Rödelmaier, sowie an den Wochenenden von Wollbach über Heustreu bis Wargolshausen am Altar. „Wenn man mich irgendwo braucht, komme ich gerne.“

Dass sich der Geistliche natürlich entsprechend vorbereitet ist für ihn selbstverständlich. Etwas das Zeit kostet, die ihm aber wichtig ist. Angesprochen auf die aktuelle Situation der katholischen Kirche sagt Bernold Rauch: „Unsere Kirche ist besser als ihr Ruf, nur zählen halt leider heute die Negativschlagzeilen.“ Das zeigt sich für ihn immer wieder in den einzelnen Gemeinden, wo er den engagierten Einsatz vieler Ehrenamtlicher lobend herausstellt. Sie seien es, die die Kirche tragen. Prälat Bernold Rauch selbst ist als sehr „leutselig“ bekannt und ist ein angenehm er Gesprächspartner, der damit die Kontakte zu den Menschen vor Ort pflegt. Seine Wohnung hat er in Rödelmaier, von wo aus er es nicht weit hat in die Felder und Fluren, um dort zu Entspannen und die Schönheiten der Rhön zu genießen. Am „Fleck“ wie der Flurname am Aussichtspunkt unter einem Kreuz besagt, kommt er zur Ruhe und genießt den Blick in die Weiten der Rhön.

Doch nicht nur Wandern ist eines seiner Hobbies, auch das Schafkopf-Spielen gehört dazu. Mit verschiedenen Freunden trifft er sich zur geselligen Kartenrunde. „auch wenn einige schon nicht mehr unter uns sind und ersetzt werden mussten“, fügt er hinzu. Prälat Bernold Rauch wurde am 5. Juli 1942 in Neuendorf-Nantenbach bei Lohr am Main geboren. Seine Eltern Edmund und Margareta Rauch, eine religiös geprägte Familie, hatten einen kleinen Bauernhof. Der junge Bernold musste zu Hause mit anpacken, war in der Ortskirche Ministrant, besuchte später das humanistische Alte Gymnasium in Würzburg. Im dortigen Kilianeum war er in dieser Zeit und da kam bei Bernold Rauch der Wunsch auf, Priester zu werden.

Im Herbst 1961 begann er das sechsjährige Theologiestudium an der Würzburger Universität, war zwei Semester in München und wurde 1966 Diakon. Der Würzburger Bischof Dr. Josef Stangl weihte ihn am 29. Juni 1967 mit 13 anderen Weihekandidaten zum Priester. „Es war damals die erste Priesterweihe im wieder aufgebauten Kiliansdom in Würzburg“, erinnert sich Bernold Rauch. Anschließend wirkte er als Kooperator in Werneck, war bis 1969 Kaplan in Goldbach-Sankt Nikolaus, dann in Rottendorf, Bad Brückenau und  wurde 1973 schließlich Pfarrer von Euerbach und Obbach, später auch von Kützberg und Sömmersdorf.1975 kam das Amt des stellvertretenden Dekans des Dekanats Schweinfurt-Nord hinzu und  von 1977 bis 1997 war er Dekan. Als Seelsorger von Sömmersdorf war Bernold Rauch Präses der Fränkischen Passionsspiele und damit geistlicher Begleiter der Passionsspielgemeinschaft. 1997 kam Bernold Rauch als Pfarrer der Pfarrei Mariä Himmelfahrt nach Bad  Neustadt. Hinzu kamen später St. Konrad (Gartenstadt) sowie zeitweise Schmalwasser, Sandberg, Heustreu und Wollbach.

Von 1998 bis zur Fusion der Dekanate Bad Neustadt und Rhön-Grabfeld im Jahr 2011 war er Dekan des Dekanats Bad Neustadt. Gerne erinnert er sich an das gute ökumenische Miteinander mit den Dekanen Siegfried Henkel und Dr. Gerhard Hausmann der evangelischen Kirchengemeinde. Bernold Rauch war 34 Jahre lang in der Dekanekonferenz und eine Reihe von Jahren im Diözesan-Pastoralrat und im Priesterrat. Für all dieses Engagement wurde ihm im Jahr 2000 der Titel eines Päpstlichen Ehrenprälaten verliehen. Seit dem 1. Oktober 2012 ist Bernold Rauch im „Unruhestand.“ Nach wie vor pflegt er vor allem die Freundschaften aus früheren Tagen. Ein Blick in die Zukunft? Prälat Bernold Rauch muss nicht lange nachdenken: „Weiter machen, gesund bleiben, solange mir der Herrgott die Kraft dazu gibt.“

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In Rödelmaier feiert Prälat Bernold Rauch am heutigen Dienstag, seinen 80. Geburtstag. Sein Lieblingsplatz ist dieser Bereich am Aussichtspunkt „Fleck“. Von hier aus hat der Jubilar einen weiten Blick auf die Rhön, das Thüringer Land bis hin zu den Gleichbergen und ins Grabfeld. Foto: Hanns Friedrich

Beim Sonntagsgottesdienst am 15.5.2022 wurde das Gemeindeteam Brendlorenzen vorgestellt und eingeführt:

  • Kerstin Hasenpusch
  • Günter Henneberger
  • Lydia Gaß
  • Anja Klug
  • Marianne Knobling
  • Bernhard Knüttel
  • Armin Schäfer
  • Erwin Weth

Fotos: Peter Klett

2022 Einfuehrung GoDi 01 

 

2022 Einfuehrung GoDi 02

Gemeinsamer Pfarrgemeinderat St. Martin, Brend

Erstmals wurde in der Pfarreiengemeinschaft St. Martin ein gemeinsamer Pfarrgemeinderat gewählt, in dem Christinnen und Christen aus Brendlorenzen, Dürrnhof, Herschfeld, Lebenhan und Rödelmaier  versammelt sind. Sie sollen in den nächsten vier Jahren zusammen mit dem Pfarrer und anderen Mitarbeitenden über gemeinsame Aufgaben und Schwerpunkte kirchlicher Aktivitäten in der Pfarreiengemeinschaft beraten und beschließen.  Für die einzelnen Gemeinden sollen dadurch Synergie-Effekte entstehen. Außerdem entsendet der Gemeinsame Pfarrgemeinderat Vertreter in die übergeordneten Gremien.

PGR 2022

Foto: Dr. Wolfgang Heuring

Im Pfarrheim von Lebenhan war die konstituierende Sitzung, in der auch der Vorstand gewählt wurde. Dieser besteht aus dem Teampfarrer Thomas Keßler (ganz links) und drei gleichberechtigten Vorsitzenden: Günter Henneberger (2. v. li.), Peter Heinrich (3. v. li.) und Carola Kroczek (ganz rechts). Die Schriftführung hat Eva-Maria Seifert (4. v. li.) übernommen, ihre Stellvertreterin ist Katja Rödiger (5. v. li.). Weitere Mitglieder sind (v. li. nach re.) Armin Schäfer, Rita Scheuplein, Andrea Dinkel und Helmut Hornung. Nicht mit auf dem Bild sind die Mitglieder Andrea Nöth und Dr. Wolfgang Heuring.

Text: Günter Henneberger

Beim Konzert des Fastrada - Streicherquartetts am 3. April in der Herschfelder Kirche kamen 1005 ,- € zusammen. Die Spenden 

Die Spenden tragen zur Sicherung der Lebensmittelversorgung bei für ganz viele Flüchtingsfamilien im Landkreis, die kein Geld haben. Familien, bei denen die Anträge noch nicht durch sind und daher keine Auszahlung erfolgt ist. Mit dem Spendengeld werden jetzt Grundnahrungsmittel gekauft wie: Mehl, Milch, Brot, Zucker, Salz etc.

Allen Spendern und vor allem dem Fastrada-Quartett herzlichen Dank.

Wahl des Gemeinsamen PGR der PG St. Martin Brend am 20.03.2022

 

Die Wahlbeteiligung betrug 24,03 % (940 Wählende bei 3911 Wahl-berechtigten).

Gewählt wurden folgende 11 Personen (in alphabetischer Reihenfolge):

 

1

Andrea Dinkel (Dü)

2

Peter Heinrich (He)

3

Günter Henneberger (Br)

4

Dr. Wolfgang Heuring (He)

5

Helmut Hornung (Rö)

6

Carola Kroczek (Rö)

7

Andrea Nöth (Rö)

8

Katja Rödiger (Le)

9

Armin Schäfer (Br)

10

Rita Scheuplein (He)

11

Eva-Maria Seifert (He)

 

Die Listenkandidatinnen und –kandidaten erhielten alle etwa zwei Drittel der abgegebenen Stimmen, genau: zwischen 611 und 726 Stimmen bei insgesamt 940 Wähler*innen und 929 gültigen Stimmzetteln.

Frau Kroczek stand zwar nicht auf der Kandidatenliste, erhielt aber im Rahmen der Persönlichkeitswahl elf zusätzliche Stimmen und nahm diese Wahl an.

 

(65 weitere Personen wurden auf den Stimmzetteln dazu geschrieben. Diejenigen, die mindestens drei Stimmen hatten, wurden gefragt, ob sie dem Gem. PGR angehören wollen, nahmen aber die Wahl nicht an.)

 

 

 

 

 

Alle unsere 10 Listenkandidaten (siehe Plakat) haben etwa 2/3 der abgegebenen Stimmen auf sich vereint. Die Wahlbeteiligung lag bei ca. 24 %.  Allen Wählen unseren herzlichen Dank. Sie haben mit Ihrer Stimme unseren Kandidaten den Rücken gestärkt und ihnen Ihr Vertrauen ausgesprochen.

Die Kandidaten, die zusätzlich namentlich auf dem Wahlschein angegeben wurden, müssen erst nach ihrer Bereitschaft gefragt werden. Am kommenden Sonntag wird das offizielle Wahlergebnis veröffentlicht.

 

pgr wahl 2022

pgr wahl 2022

Fastenpredigten 2022

Ab diesem Frühjahr wird es sowohl

- einen gewählten Gemeinsamen Pfarrgemeinderat für die gesamte Pfarreiengemeinschaft als auch

- sogenannte Gemeindeteams in den einzelnen Gemeinden geben.

 

- Bitte beteiligen Sie sich an der Briefwahl des Gemeinsamen Pfarrgemeinderats bis 20.03.2022 und geben Sie so dem gewählten Gremium eine möglichst große Legitimation!

 Sie können dabei bis zu zwölf Mitglieder wählen. Da sich nur insgesamt zehn Kandidat*innen gefunden haben, hat der Wahlausschuss beschlossen, dass auch noch weitere Namen auf den Stimmzettel dazu geschrieben werden können (sog. „Persönlichkeitswahl“). Die ursprünglich geplante Quotenregelung (dass jede Gemeinde je nach Größe eine bestimmte Anzahl von Mitgliedern entsendet), ist damit hinfällig geworden. Wahlberechtigt (aktiv) sind alle Katholikinnen und Katholiken, die mindestens 14 Jahre alt sind, gewählt werden kann man ab einem Alter von 16 Jahren.

 - Die Gemeindeteams in den Einzelgemeinden sollen und können für ein aktives, vitales Gemeindeleben sorgen, also dafür, dass „die Kirche im Dorf bleibt“. Die Mitsorge möglichst vieler Christinnen und Christen „vor Ort“ ist dafür nötig.

 Dazu finden oder fanden bereits in den Gemeinden Treffen für die Interessierten statt.

In Brendlorenzen beispielsweise lädt der (noch amtierende) Pfarrgemeinderat für den 31.03.2022, 19:30 Uhr, alle, denen ihre Gemeinde am Herzen liegt, zu einer Versammlung ein, die je nach Infektionslage im Pfarrheim oder in der Kirche stattfindet. Dazu sollen auch Vertreter*innen aller in der Gemeinde aktiven Gruppierungen speziell eingeladen werden. Sie alle sollen dabei ins Gespräch über die Zukunft der Pfarrgemeinde kommen, Wünsche und Anregungen äußern können.

Aus diesem Kreis von Engagierten soll sich dabei eine kleinere Gruppe formieren, die als „Gemeindeteam“ Ansprechpartner der Gemeindemitglieder und der Hauptamtlichen ist. Dieses so gebildete Gemeindeteam, das praktisch Nachfolgegremium des Pfarrgemeinderats ist, soll am 15. Mai der Gemeinde im Sonntagsgottesdienst vorgestellt und offiziell eingesetzt werden.

Allerdings können und sollen auch immer wieder weitere freiwillig Engagierte (je nach Anlass und auch für begrenzte Zeit und begrenzte Tätigkeiten) zu diesem Kernteam dazu kommen. Dass vor allem in den (bereits bestehenden oder auch sich neu bildenden) Gruppierungen wertvolle Arbeit für die Heimatgemeinde geleistet wird, ist uns klar. Daher ist auch angedacht, dass dieser „Kreis von Engagierten“ sich in regelmäßigen Abständen (vielleicht ein- bis zweimal im Jahr) trifft, um Ideen auszutauschen und die Aktivitäten zu koordinieren.

In Herschfeld gehen die Planungen in eine ähnliche Richtung, es soll versucht werden, für die verschiedenen Aufgaben und Aktivitäten Kleingruppen im Gemeindeteam zu bilden.

Wir, die „alten“ Pfarrgemeinderäte hoffen, dass so ein Neuaufbruch gelingt. Bitte bringen Sie sich für Ihre Gemeinde ein!

 Günter Henneberger

Am 30.1.2022 wurde der Pastorale Raum Bad Neustadt mit einem feierlichen Gottesdienst in der Herschfelder Kirche errichtet.  Domkapitular Clemens Bieber zelebrierte gemeinsam mit Moderator Domkapitular Pfarrer Thomas Keßler  den Gottesdienst, assistiert von Diakon Thomas Prapolinat. Im Altarraum waren Koordinator Pastoralreferent Christian Klug, Gemeindereferentin Gisela Schuhmann und Lektorin Alexandra Katzenberger. Clemens Bieber überreichte die   Errichtungsurkunde an Eva Postler, Pfarreiengemeinschaft "Um den Michaelsbert, Heustreu". Sie vertrat die Gemeinden aus den Pfarreiengemeinschaften des Pastoralen Raums. 

 

 Die Rede, die Günter Henneberger zur Begrüßung gehalten hat:

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,

ich habe heute die Ehre, Sie alle im Namen des Seelsorgeteams und auch der freiwillig engagierten Laien im neuen Pastoralen Raum Bad Neustadt zu diesem Gottesdienst zu begrüßen.

Ein herzliches Willkommen an Herrn Domkapitular Bieber, der im Auftrag des Bischofs die Errichtung des Pastoralen Raum vornehmen wird, ebenso an Herrn Dekan Dr. Krefft und alle anderen Seelsorgerinnen und Seelsorger, auch an Herrn Pfarrer Hutzler, der noch nicht heute, aber bereits ab 1. März als Teampfarrer mit Wohnsitz in Salz zum Team des Pastoralen Raums gehören wird. Wir begrüßen ebenso herzlich - in ökumenischer Verbundenheit - Frau Pfarrerin Ress von der evangelischen Gemeinde. Als Vertreter der politischen Öffentlichkeit begrüße ich herzlich Herrn Landrat Habermann und die anwesenden Bürgermeister.

Heute kommt zum Abschluss, was sich in unserer Diözese im Prozess „Gemeinsam Kirche sein – Pastoral der Zukunft“ im letzten Jahrzehnt – vor allem seit 2015, als Thomas Keßler Generalvikar war – angebahnt hat: Bei uns wird heute der PR Bad Neustadt errichtet. Zu ihm gehören fünf Pfarreiengemeinschaften:
die PG St. Bonifatius um den Höhberg mit den Kirchengemeinden Salz, Strahlungen, Rheinfeldshof, Burglauer und Niederlauer;
die PG Bad Neustadt mit den Gemeinden der Stadtpfarrkirche, der Gartenstadt, Mühlbach und Löhrieth;
die PG St. Martin Brend mit Brendlorenzen, Herschfeld, Rödelmaier, Lebenhan und Dürrnhof;
die PG Don Bosco am Salzforst mit Hohenroth, Leutershausen, Windshausen, Burgwallbach und Unterebersbach;
und schließlich die PG Um den Michaelsberg Heustreu mit den Gemeinden Heustreu, Hollstadt, Junkershausen, Wargolshausen, Unsleben und Wollbach.

Aber wie erleben das die Christinnen und Christen in den 26 Gemeinden vor Ort?
Vielleicht denkt manch einer: „Schon wieder eine Zusammenlegung? Erst (vor gut 10 Jahren) die Pfarreiengemeinschaften, jetzt der ‚Pastorale Raum‘.
Wie bleibt da die Kirche im Dorf? Führt das nicht zu einer immer größeren Entfremdung?“
Diese Ängste sind berechtigt und ernst zu nehmen.
Aber in drei Punkten möchte ich darlegen, was für den Pastoralen Raum spricht:

Erstens – scheint mir der entstehende PR Bad Neustadt durchaus eine organische, natürliche Größe zu sein, denn er entspricht der lebensweltlichen Einheit des Neustädter Raums.
Wer in Brendlorenzen wohnt, arbeitet vielleicht in Salz, die Kinder gehen in Neustadt in die Schule, eine Oma wohnt in Hohenroth, ein Opa in Hollstadt usw. Warum sollte sich das nicht auch in den kirchlichen Strukturen zeigen? Wenn man einmal ganz weit (über 1000 Jahre) in die Geschichte blickt, sieht man: Der PR deckt sich weitgehend mit dem karolingischen Fiskalbezirk Salz bzw. dem späteren bischöflich-würzburgischen Amt Neustadt. Er ist also nichts Neues, Künstliches, man kann eher sagen: Im PR „wächst zusammen, was zusammen gehört“.

Zweitens: Eine Entfremdung muss nicht eintreten, wenn die Christ*innen am Ort jetzt das Gemeindeleben mehr selbst in die Hand nehmen. Was hindert uns daran, Wortgottesfeiern, Seniorennachmittage, Jugendveranstaltungen usw. in den Einzelgemeinden abzuhalten, alte, sinnvolle Traditionen zu bewahren und neue Formen auszuprobieren? Ja, wir müssen es wollen, es ist eine Herausforderung, bei der natürlich die hauptamtlichen Seelsorger die freiwillig Engagierten vertrauensvoll und klug unterstützen müssen.

Als Letztes möchte ich noch einen Aspekt anführen, der für den PR spricht: Es ist die Hoffnung, dass diese größere Einheit einiges tun kann, was die kleinere nicht aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln vermag. Ich meine, es gibt heute sehr unterschiedliche Erwartungen an die Kirche: Da gibt es heute viele Menschen, die sich von bestimmten religiösen Angeboten durchaus ansprechen lassen und sie gerne annehmen, andere aber auch nicht. Sie wollen (oder können) sich nicht fest binden. Sie kommen vorbei und ziehen weiter … („Pilger“ nach der französischen Soziologin Hervieu-Leger) Andere, die schon eine intensive persönliche Glaubenserfahrung, vielleicht eine „Bekehrungserfahrung“ gemacht haben, suchen eine vertiefte Spiritualität und oft auch eine charismatische Gemeinschaft, die sie in herkömmlichen Gemeinden nicht finden. („Konvertiten/“Bekehrte“)

Schließlich gibt es auch noch die „praktizierenden“ Katholiken oder Christen, die heutige „Kerngemeinde“. Dazu gehört sicher die Mehrzahl der hier Anwesenden. Sie sind in der Regel Menschen, die mit dem Glauben groß geworden sind und ihn zu einem tragenden Bestandteil ihres Lebens gemacht haben. Und weil sie das als etwas Gutes erkannt haben, setzen sie sich an verschiedensten Stellen dafür ein, dass diese Erfahrungen auch anderen möglich werden.

Für alle diese Gruppen und auch z.B. die verschiedenen Altersstufen können hoffentlich im PR auch viefältigere Angebote von darauf spezialisierten, kompetenten Personen gemacht werden.

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen, beten wir in diesem Gottesdienst und auch sonst immer wieder darum, dass uns dies mit Gottes Hilfe gelingt!

 

Fotos: Hanns Friedrich

(c) Hanns Friedrich

 

(c) Hanns Friedrich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Meditationsgottesdienst - Menschen, die im Glauben helfen
Teresa von Ávila - Krisen, die befreien können
Es gibt viele Menschen in der Geschichte des Glaubens, die in
einer besonderen Beziehung zu Gott lebten. Sie können uns auch
heute in unserem Glauben helfen.
Ich lade Sie am Sonntag, 16.01.2022 um 17.00 Uhr in Herschfeld
zu einem 1. Meditationsgottesdienst ein, in dem wir das Leben und
den Glauben der Hl. Teresa von Ávila betrachten. Finden wir in
dieser Zeit zur Ruhe, zum Hinhören auf das Wort Gottes und auf
die Musik.
Die Wortgottesfeier schließt mit einer Zeit der Anbetung und dauert
ca. 1 Stunde.
Ihr Pfarrer Thomas Keßler

Abtei 15.12. 21

Grüß Gott, meine lieben Angehörige, Freunde und Wohltäter!

Jahrzehntelang habe ich zu Weihnachten einen Rundbrief geschrieben, in dem ich hauptsächlich von meinem Arbeiten in Tz berichtete. Nun steht Weihnachten wieder vor der Türe und ich überlege mir, ob ich wieder einen Rundbrief schreiben soll. Worüber könnte ich berichten, das auch die Leser interessiert. Anrufer erkundigen sich immer wieder nach meinem Befinden und möchten wissen, wie es auf der Station Nyangao weitergeht. Diese beiden Anfragen versuche ich mit meinen Zeilen zu beantworten.

Wie geht es mir gesundheitlich? — Im August 20 habe ich meinen normalen Heimaturlaub angetreten in der festen Überzeugung: nach drei Monaten fliege ich wieder nach Tz zurück. Ein Arzt von Missio Würzburg hat diesen Plan durchkreuzt und Ich musste eine Chemo über mich ergehen lassen, die Weihnachten letzten Jahres endete. Danach konnte es nur noch aufwärts gehen, so war ich überzeugt und nach Ostern ist es dann so weit. Ostern kam und ich fühlte mich immer noch schwach. Ich vertröstete mich auf Pfingsten. Pfingsten kam und ich fühlte wenig Besserung. Da dämmerte langsam die Erkenntnis in mir: ein Arbeiten in Tz ist nicht mehr sinnvoll, auch ein kurzer Abschiedsbesuch ändert daran nichts. Die Menschen dort sollen mich so in Erinnerung behalten, wie sie mich erlebt haben. Bis diese Erkenntnis bis ins Herz vorgedrungen war, gab es noch manche Kämpfe zu bestehen. Nun habe ich mich damit abgefunden. Wie es mir dabei ergeht? Die kürzeste und treffendste Antwort habe ich beim hl. Paulus gefunden: Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

Nun noch zur zweiten Anfrage: Wie geht es in der Pfarrei Nyangao weiter? — Da bin ich auf Berichte angewiesen. Jede Woche bekomme ich Berichte und Nachrichten per WhatsApp oder Telefon. Nicht nur der Pfarrer, auch Leute, mit denen ich keine besonderen Beziehungen hatte, berichten übereinstimmend: Es läuft gut weiter, die steigenden Taufzahlen sprechen dafür. Die Firmungen sind leicht rückläufig, meist corona-bedingt. Alles eigentlich erfreuliche Nachrichten! Doch ich musste erst ein paarmal tief durchatmen, als mir bewusst wurde, was auch hinter diesen Nachrichten steht: Es geht gut weiter — auch ohne mich, bis die Mitfreude über die Erfolge meines Nachfolgers die Oberhand gewonnen hat und ich mich jetzt ehrlich mitfreuen kann über seinen Erfolg. Bewusst habe ich mich in dieser Zeit mit meinen Ratschlägen zurückgehalten. Diese Menschen stehen näher am Geschehen, sie werden ihre eigenen Wege finden. Begleiten werde ich sie auch weiterhin mit meinem Interesse und meiner Fürbitte. Hin und wieder kann ich mit ein paar Körnern Dünger dem Gedeihen nachhelfen. Ein herzliches Vergelt's Gott allen, die mich dabei unterstützt haben.

Nun bleibt noch etwas Platz für Weihnachtsgrüße und Wünsche. Da kann ich mich kurz fassen. Jeder hat ja seine eigenen Vorstellungen und Wünsche parat. Wenn ich mit meiner Fürbitte etwas zu deren Verwirklichung beitragen kann, dann sind auch meine Wünsche erfüllt.

Frohe und gesegnete Festtage und Gottes Schutz und Geleit durch das Neue Jahr wünscht

P. Hugo

Handschriftlicher Zusatz: Verehrte Leiter der Christengemeinde in Herschfeld,

Bestimmt leidet ihr mit Euren Christen unter den Beschränkungen, die uns Corona auferlegt. Kirchenbesuche sind eingeschränkt und ich befürchte, der Umzug der Sternsinger entfällt zum 2. Mal. Trotzdem werdet Ihr Euch interessieren, wie es mit den Kindergärten in Tansania weitergegangen ist. Da bekomme ich erfreuliche Nachrichten. Sie werden alle weitergeführt, manche auf Sparflamme, einer berichtet vom Wachsen der Zahl. Ich freue mich wie ein Opa, der von den Erfolgen erfährt. Sie und ich haben zu Erfolgen beigesteuert.

Diese Freude möchte ich an alle Christen, besonders an die Sternsinger, weitergeben.

Ruhige, frohe Festtage und für 2022 Gottes Beistand und ein Ende der Corona

wünscht und erbittet P. Hugo

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